Mit seinem politisch getränkten Textmaterial dreht der Rasensprinkler Fluse am Hahn der Zeit, damit der fortschreitenden Wüstenbildung im Bereich deutschsprachiger Musik, die spätestens seit Klimaerwärmung und Castingshows um sich greift, ein immergrünes Habitat entgegengestellt wird. Als postfossiler, pseudolabiler Hybridmotor, halb Kunst halb aktivistisches Projekt kann Fluse die urmenschliche Tanzwut mit humanitärer Angriffslust zupfend in Einklang bringen und Lieder aus der Gitarre schütteln, die Kabarett, Liedermacherei, Folk und Rap kombinieren. Gewürzt mit einer kleine Prise Gypsie-Jazz und Flamenco, Olé!
Alles vorgetragen auf einem Energieniveau, das von zwei bis drei Herren mit Akustikinstrumenten nur selten erreicht wird. Was auch daran liegt, dass das ganze Happening von viel Improvisation, Klamauk und kurzfristigen Eingebungen lebt. Mitunter entstehen auf der Bühne spontan komplett neue Lieder. Man darf gespannt sein.
